Traditionelle Handwerkskunst & Innovation

Geschichte

Blockhaus: Mehrfamilienhaus, Wallis
 
Karl Klöckner
"Der Blockbau"

Callwey Verlag
München
 
     
Mehrfamilienhaus, Wallis    
     

Die Geschichte des Blockbaus beginnt bereits in der späten Bronzezeit (1100-750 v.Chr.).

In Europa ist der Blockbau vielfältig verbreitet mit Schwerpunkt in den großen Waldgebieten. Beispiele in alpinen Gegenden sind Bauernhöfe, Holzknechthütten, Kornspeicher aber auch Mehrfamilienhäuser. In den osteuropäischen Ländern entwickelten sich Eigenheiten besonders in der Grundrissgestaltung und Dekoration, hier wurden auch Kirchen, Windmühlen und Zarenschlößer im Blockbau gebaut.

Ein Haus für Jahrhunderte

Es gibt auf dieser Welt unzählige, unversehrte, Jahrhunderte alte Holzgebäude, die wir heute noch bewundern können.

Das Geheimnis ihrer Dauerhaftigkeit ist:

  • Die Verwendung von massiven Holz, meist in Blockbauweise errichtet.
  • Geeignete Holzauswahl und Holzernte zum richtigen Zeitpunkt.
  • Gute Dächer/ Konstruktiver Holzschutz.
  • Keine Verwendung von Leim, Dampfbremsfolie usw.

Patent „Duffner Blockbau“

Es besteht ein Patent zur Winddichtigkeit in der Ecküberplattung.

Einstielig ist besser!

(Einstielig = Stämme vierkantig gesägt)

  • gleichmäßiger Schwund der Außenwand
  • höhere Stabilität durch Erhalt der Kreisspannung/ Volumenspannung
  • Schwingungen/ Charakter des Baumes bleiben erhalten

„Früher wurde das Holz gefällt, vierkantig behauen und dann frisch verbaut, d.h einstielig verwendet und nicht aufgesägt.“

Beim Duffner Blockbau werden geeignete Weißtannen ab einem Alter von ca. 90 Jahren im Winter geschlagen, sofort anschließend in vier Kanten gesägt, abgebunden und aufgebaut. Also eine Arbeitsweise wie früher, nur wird heute aus wirtschaftlichen Gründen gesägt und nicht behauen.

Für den Bau in den Sommermonaten wird das wintergeschlagene Holz sachgerecht zwischengelagert.

Der Anspruch der heutigen Wärmeschutzverordnung, ein Haus so dicht wie möglich zu bekommen, wird eingehalten durch die Holzmasse der Außenwand, die patentierte Eckverbindung und weitere handwerkliche Kniffs des Duffner Blockbaus.

Gleichmäßiger Schwund der Außenwand 38 x 38 cm:


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Im Duffner Blockbau kommt es nie zu einer absoluten Austrocknung der Wandbalken, dies ist schon allein durch die Wandstärke ab 38 cm nicht möglich.

  • Im Innenbereich der Wand ist die Holzfeuchte geringer als im Außenbereich der Wand.
  • Je größer die Wandstärke umso geringer die Austrocknung und damit besseres Stehvermögen = geringere Setzung.
  • Im Duffner Blockbau wird das Holz nach dem Sägen verbaut, so kann es im eingebauten Zustand langsam austrocknen.
  • Beim Einbau der Innenwände ist zu beachten, daß sich die Außenwand um ca. 4 cm pro Stock setzen kann. Auf Türen und Fenster hat dies keinen Einfluß (siehe Stahlrahmen / Eichenblockrahmen im Fensterbereich).

Qualität und Gewährleistung

Holzaußenwand:

Eine gesunde Wohnqualität ergibt sich durch die starke, massive Holzwand mit schlichtem, ruhigem Eindruck. Die Balken werden an den Fugen nicht profiliert sondern bleiben scharfkantig.

- Balken auf Balken –

Mit Duffner Blockbau wird eine dauerhafte Winddichtigkeit auf die Fläche der Holzaußenwand (siehe Zeichnung) und Ecküberplattung (siehe Patent „Duffner Blockbau“) erreicht.

Holz ist ein lebendiger Baustoff, Baum für Baum, Blockbalken für Blockbalken zeigt er sein Gesicht und behält seinen individuellen Eindruck. Risse sind bei massivem Holz unvermeidbar und sind kein Grund zur Beanstandung.

Die Holzaußenwand kann nach Wunsch auf verschiedene Arten verfeinert werden:
Bürsten – Kalken – Flammen – Farbpigmente …

Eichenblockrahmen im Fensterbereich

Der Eichenblockrahmen wird in die Nut der Blockwand "schwimmend" eingebaut. Das Fenster wird in diesen Eichenblockrahmen mit einem Dichtungsband verschraubt. Bei einem Setzungsverhalten der Blockwand 38/38 cm (siehe Einstielig ist besser!) bleibt das Fenster selbst davon unberührt. Die sonst üblichen Nacharbeiten im Blockbau wie Neujustieren der Fenster und Türen sind bei Duffner Blockbau nicht nötig.

Fenster

Im Duffner Blockbau können herkömmliche einfache Fenster mit Isolierverglasung eingebaut werden oder Kastenfenster.

Kastenfenster

Das Kastenfenster besteht aus zwei Fenstern mit Zwischenraum. Der selbst entwickelte Beschlag ist aus Edelstahl und liegt jeweils innen um eine Kältebrücke zu vermeiden. Das Kastenfenster weißt langfristig einen besseren Schallschutz und Isolierung auf.

 

Blockhaus - Fensterfront  
 
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Konstruktiver Holzschutz

  • Dachaufbau
  • Auskragungen
  • Abdeckung der Stirnbohlen .

Dachaufbau

Entsprechend dem Haustyp ist das Dach aufgebaut als Pfettendach oder Sparrendach. Entscheidend sind die soliden Details der Dachkonstruktion.

Dachaufbau von innen nach außen:

  • 21 mm Weißtannenschalung
  • Zellulose
  • Dämmplatte aus Holzfaser
  • Konderlattung/ Ziegellattung
  • Tonziegel

Auskragung

Eine Auskragung des Dachgeschosses bzw. der oberen Stockwerke bewirkt eine Lastverteilung auf die Außenwände und bedeutet Raumgewinn in den oberen Geschossen. Die Auskragung bewirkt auch einen konstruktiven Holzschutz.

Abdeckung der Stirnbohlen

Die stirnseitigen Enden der Ecküberplattung können abgedeckt werden, je nach Architektur. Dies kann erfolgen in Holz, Stein, Glas, Blech...

Innenausbau

Durch die Lastverteilung auf die Außenwände bleiben die Innenwände ohne tragende Funktion. Dadurch ist eine individuelle Grundrissplanung und Gestaltung auch noch nach Fertigstellung des Rohbaus möglich. Auch ein Umbau mit geänderter Grundrißeinteilung ist nachträglich möglich.

 

Innenwände in beliebiger Ausführung

  • Lehmwände
  • Fachwerk
  • Mauerwerk
  • Holztafelwand
  • Blockwand (vorgetrocknet auf 8 % Holzfeuchte)

Die Kombination der unbehandelten Naturmaterialien Holz und Lehm bewirkt nicht nur eine farbliche Auflockerung, sondern trägt auch zu einem gesunden Wohnklima bei.

 

Brandschutz

Für die Sicherheit von Menschen bei einem Brandfall sind folgende Qualitäten eines Bauwerkes entscheidend:

möglichst langsame Ausbreitung des Brandes für längere Flucht-, Lösch- und Bergungszeiten

Hitzebeständigkeit der Materialien

Vermeidung von Kunststoffen im Bau, diese könne im Brandfall hochgiftige Gase entwickeln

Holz brennt nur dann gut, wenn es dünn ist und genügend Luft hinzukommt. Ein dicker Holzbalken brennt schlecht, er verkohlt nur langsam an seiner Oberfläche.
Tragende Stahlteile und Armierungen im Beton können ausglühen und schmelzen.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, daß Holzbalken bei voller Beflammung mit 0,4 bis 0,7 mm in der Minute verkohlen.
Ein 38/38 cm Holzbalken würde somit erst nach 9 bis 15 Stunden vollständig verkohlt sein.

Ab 1. Januar 2005 gelten auch in der Schweiz neue Brandschutzvorschriften nach europäischem Muster. Hierbei gilt, daß Holzbauten und Holzbauteile mit 60 Minuten Feuerwiderstand auch in mehrgeschossigen Bauten zulässig sind.

 

 

  72181 Starzach-Sulzau | Eulentalstr. 17 | Telefon: 07472/42 405 | Fax: 07472/441 221